ZUGER CHRIESI: 1000 Kirschbäume für Zug

1000 Kirschbäume für Zug: Natur und Landschaft

 

 

Blühende Kirsch- und Obstbäume mitten in der Stadt Zug, Blick vom Guggihügel Richtung Rigi, um 1900 (Postkarte: Archiv ETH, Zürich).

Hochstamm-Obstbäume in der Lorzenebene, um 1900 (Postkarte: Sammlung Oskar Rickenbacher, Zug).

Testbild

Blühende Kirschbäume auf dem Zugerberg beim Hintergeissboden mit Blick Richtung «Tankfalle», um 1900 (Postkarte: Archiv Denkmalpflege des Kantons Zug).

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Natur und Landschaft

 

Das Terroir für den Kirschenanbau im Kanton Zug ist ideal. Das optimale Klima, die perfekte Bodenstruktur und die leichte Hanglage sind für den Zuger Kirschbaum hervorragende Standortqualitäten, die in anderen Regionen kaum anzutreffen sind. Das Aroma und die Qualität der Früchte ist dementsprechend einzigartig.

 

Das Klima der Region Zug wird grundsätzlich bestimmt durch hohe Sonneneinstrahlung, Rückstrahlung und Wärmespeicherung durch die Seen sowie gelegentliche Föhnwinde. Bemerkenswert sind die relativ hohen Temperaturen im Frühling und Winter sowie das ausgewogene Klima im Sommer mit relativ grossen Niederschlagsmengen. Diese Faktoren begünstigen den Anbau des wärmeliebenden Kirschenbaumes. Die Temperaturdifferenzen von Tag und Nacht sind während der Reifezeit im Sommer besonders wichtig für die Zucker- und Aromabildung in den Kirschen. Für die hervorragende Aromatik und den hohen Zuckergehalt der Zuger Chriesi ist die nächtliche Abkühlung in den höheren Lagen (1000 MüM) und in den Tallagen (400 MüM) zwischen den Bergen in hohem Masse mitverantwortlich. Als Flachwurzler braucht der Kirschbaum nicht besonders tiefgründige Böden. Hauptsächlich findet man in der Region Zug einen humosen, tonigen Lehm vor, der einen vortrefflichen Kulturboden darstellt. In den Moränenablagerungen sind die Grundwasserverhältnisse allgemein günstig und fördern die Qualität des Kirschenanbaus zusätzlich.

 

Der durch rege Bautätigkeit und Veränderungen in der Landwirtschaft stetig gesunkene Kirschbaumbestand in der Region Stadt Zug soll mit dem Projekt «1000 Kirschbäume für Zug» um 1'000 Bäume auf insgesamt 2'500 erhöht werden, so dass auf 10 Einwohner zukünftig 1 Chriesibaum kommt. Zählte man 1929 in der Stadtgemeinde noch 4'267 Hochstamm-Kirschbäume, waren es 2001 noch 1'501, was einer Abnahme von 65 % entspricht. 1951 erfasste man anlässlich der periodischen Obstbaumzählung im Kanton Zug den Rekordbestand von 44'482 Kirschbäumen, 2001 waren es noch 14'313.

 

Blühende Obstbäume sind nicht nur eine Augenweide, Hochstämme tragen massgeblich bei zum typischen Schweizer Landschaftbild. Für viele unserer einheimischen Vögel sind diese Bäume der wichtigste Lebensraum. Aber auch Insekten und Kleinsäugetiere sind auf solche Umgebungen angewiesen. Für Bienen bilden die Kirschblüten im Frühling eine wichtige Nahrungsgrundlage. Wer Bäume pflanzt, pflegt und bewirtschaftet, schützt unsere Landschaften und die dort lebenden Tiere nachhaltig.
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