ZUGER CHRIESI: 1000 Kirschbäume für Zug

Tradition und Brauchtum seit 1915:

Zuger Kirschtorte

Testbild

Kirschtorten-Erfinder Heinrich Höhn mit seiner Frau Hanna und Angestellten vor seiner ersten «Café-Conditorei H. Höhn» an der Alpenstrasse 7, um 1913/14 (Foto: Susi Voser, Zug).

Erstes Inserat mit der neuen «Zuger Kirschtorte» von Höhn, erschienen am 23.12.1915 in den Zuger Nachrichten (Zeitung: Archiv Bibliothek Zug).

Pappdeckel aus der «Conditorei-Tea-Room H. Höhn» (Pappdeckel: Sammlung Reto Nussbaumer, Zug).

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Die Erfindung der «Zuger Kirschtorte»

 

Der Konditor Heinrich Höhn (geboren 1889 in Hirzel ZH, gesorben 1957 in Zug) erfand zwischen 1913 und 1921 die Zuger Kirschtorte, nachdem er mit Hilfe seiner Frau Hanna über Jahre hinweg an der richtigen Rezeptur einer mit Chriesiwasser getränkten Torte herum getüftelt hatte.

 

Die benachbarte «Zugerhof»-Wirtin Stadler und der «Central»-Hotelier Föhry degustierten und kritisierten Tortenprototypen in der Backstube der ersten, 1913 eröffneten «Café-Conditorei H. Höhn» im Haus «Zur Spindel» an der Alpenstrasse 7 beim Bahnhof Zug. 1917 lag dann die ursprüngliche Torte mit der heutigen Struktur, zwei Japonaisböden und einer dazwischenliegenden, mit Kirsch getränkten Biskuitschicht, vor. 1919 zog Höhn um in ein grösseres Lokal, ins Haus «Merkur» an der Bundesstrasse 3. Bis 1921 wurde dann das Kirschtortenrezept weiter ausgereift und verfeinert. 1922 wurde für die Zuger Kirschtorte die erste Schutzmarke Nr. 51922 eingeführt.

 

Die Zuger Kirschtorte trat daraufhin ihren Siegeszug rund um die Welt an und wurde u.a. 1923 in Luzern mit der Goldmedaille und 1928 in London mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Es folgten weitere Goldmedallien 1930 in Zürich und Zug, 1935 in Zug und 1938 in Luxenburg. Das erste Inserat mit der neuen «Zuger Kirschtorte» erschien bereits an Weihnachten 1915 in der Zuger Zeitung. Angelockt durch Inserate in der Neuen Zürcher Zeitung ab 1918 kamen bald die ersten Automobilisten auf ihren in die Mode gekommenen Ausflügen bis nach Zug, um Kirschtorten zu probieren oder als Spezialität zu posten. Und zu Ehren Höhns wurde von Fritz Mensik eigens ein «Zuger Heiri-Höhn-Marsch» komponiert.

 

Bald schon stellten auch Höhns Konkurrenten eigene Zuger Kirschtorten her. Der Erfinder übergab das erfolgreiche Geschäft samt den Torten-Schutzrechten 1943 an seinen Chefconditor Jacques Treichler, seit 2004 gehört die Konditorei Treichler zur Heini Conditorei AG Luzern.

 

Das Rezept der Zuger Kirschtorte hat sich seit ihrer Erfindung stetig verändert. Die bedeutendste Veränderung betrifft die Menge des Kirschs. Zur Zeit Höhns verwendete man Alkohol in Torten nur als Aromastoff und nicht als wesentlichen Bestandteil einer Torte. Mit der Zeit stieg der Anteil des Kirschs kontinuierlich an, heute macht er einen wesentlichen Teil der Torte aus. Das Originalrezept von Höhn ist nicht überliefert. Das Kirschtortenrezept im 1933 erschienenen Kochbuch der Zuger Haushaltungsschule «Salesianum» gilt heute als älteste Überlieferung, die dem Tortenoriginal am nächsten kommen dürfte.

 

Zur Förderung der Zuger Kirschtorte ist 2010 die «Zuger Kirschtorten Gesellschaft», der Zusammenschluss aller Kirschtortenproduzenten, gegründet worden. Der neue Verein hat das Ziel, die Kirschtorte als wichtiges historisches Kulturgut zu bewahren und damit das Image des Kantons Zug zu fördern.

 

www.zuger-kirschtorten-gesellschaft.ch

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Die Zuger Kirschtorte efreut sich nach wie vor grösster Beliebtheit und wird als typisches Zuger «Mitbringsel» gekauft oder in die ganze Welt verschickt. Im Kanton Zug werden jährlich über 250'000 Kirschtorten hergestellt und dafür rund 15'000 Liter Kirsch verwendet. In der Stadt Zug wird die traditionelle Zuger Kirschtorte von verschiedenen Konditoreien verkauft oder kann per Post bestellt werden.

 

Neben der Kirschtorte sind weitere typische Zuger Chriesisüssigkeiten im Angebot: Zuger Kirschstängeli, Zuger Chriesiblüete, Zuger Chriesiglacé und viele weitere Spezialitäten.

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- Confiserie Speck, Alpenstrasse 12, Zug, 041 711 38 88: www.zugerkirschtorte.ch, www.speck.ch

- Treichler Zuger Kirschtorten, Bundesplatz 3, Zug, 041 711 44 12, www.zuger-kirschtorte.ch

- Confiserie Meier, Alpenstrasse 16, Zug, 041 711 10 49, www.diezugerkirschtorte.ch

- Confiserie Strickler, Bahnhofstrasse 28, Zug, 041 711 14 02, oder Konditorei-Café zum Schlüssel, Menzingen, 041 755 25 52, www.confiserie-strickler.ch

- Aeschbach Chocolatier, Riedstrasse 11, Cham, 041 747 33 33: www.aeschbach-chocolatier.ch

- Zumbach Bäckerei-Confiserie AG, Zugerstrasse 32, Unterägeri, 041 750 63 58

- Leue-Beck, Neugasse 24, Zug, 041 711 16 29

- Bäckerei-Konditorei-Confiserie von Rotz GmbH, Knonauerstrasse 3-5, Cham, 041 780 50 04, www.echt-vonrotz.ch

- Bäckerei Nussbaumer AG, Hinterbergstrasse 15, Cham, 041 743 24 00, www.beck-nussbaumer.ch

- Kulinarischs Erbe der Schweiz: www.kulinarischeserbe.ch

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