Tradition und Brauchtum seit 1627:
Zuger Kirschen Kultur

Zur Förderung des Tourismus gestaltete der Zuger Grafiker Martin Peikert 1939 das Plakat «Zugerland», bei welchem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Kantons Zug kunstvoll in ein Zuger Chriesi integriert sind. So auch der Zuger Kirsch und die Zuger Kirschtorte (Plakat: Martin Peikert, Zug; Druck: Buchdruckerei J. Kündig, Zug; Archiv: Sammlung IG ZUGER CHRIESI, Zug; Format: 63.5 x 101 cm).

Festlich geschmückte Chriesimädchen und -buben der Umzugsgruppe «Zuger-Kirsch-Ernte» beim Alpenquai, anlässlich des XVII. Eidgenössischen Musikfestes in Zug, 1923 (Foto: Archiv Denkmalpflege des Kantons Zug).
Die neuen Zuger Chriesi-Touristiktafeln, die 2010 an vier Standorten entlang der Autobahnen durch den Kanton aufgestellt wurden, gestaltet von den Zuger Gestaltern Ueli Kleeb und Caroline Lötscher (4.5 x 3.5 m, Produktion Signal AG, Büren a.A.).

Plakat ZUG-CHRIESLIAND, gestaltet von den Zuger Grafikern Ueli Kleeb und Caroline Lötscher, erhältlich in zwei Grössen, als Plakat im Weltformat F4 (89.5 x 128 cm) à Fr. 30. oder als kleineres Plakat (70 x 100 cm) à Fr. 20., zu kaufen bei Zug Tourismus im Bahnhof Zug.
Die «Zuger Kirschen Kultur»
Die «Zuger Kirschen Kultur» ist nachweislich rund 400 Jahre alt, die Stadtzuger Bräuche rund ums Chriesi sind wohl die ältesten der Schweiz.
Der «Zuger Chriesimärt» wird 1627 erstmals urkundlich erwähnt, die «Zuger Chriesigloggä» ist seit 1711 nachweisbar, der Brauch geht aber zurück bis ins 17. Jahrhundert. Der mit der Glocke zusammenhängende «Zuger Chriesisturm» ist gemäss einer Nacherzählung von 1886 bekannt. Die ältesten überlieferten Zuger Kirschenrezepte stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1870 wurde zwecks Steigerung der Kirschqualität und des Exports die «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug» gegründet. Die Kirschenernte war in Zug im 19./20. Jahrhundert so bedeutend, dass bei Festumzügen eine Gruppe mit geschmückten Chriesimädchen und -buben nicht fehlen durfte. 1915 kommt die erste Zuger Kirschtorte in den Verkauf, 2009 wird mit der Chriesiwurst eine neue Zuger Kirschenspezialität erfolgreich lanciert.
Um dem Schwinden der Kirschbäume und dem Vergessen der Jahrhunderte alten Zuger Chriesikultur Einhalt zu gebieten, wurde 2006 die Idee der «1000 Kirschbäume für Zug» von den Chriesiaktivisten Ueli Kleeb und Heiri Scherer lanciert und daraus 2008 die «Interessengemeinschaft ZUGER CHRIESI» gegründet. Zur Förderung der regionalen Kirschenkultur riefen die Kantone Zug, Schwyz und Luzern 2009 den «Verein Zuger & Rigi Chriesi» ins Leben. 2010 erklärt der Zuger Regierungsrat das «Zuger Chriesi als Kulturgut» zum Legislaturziel. Im gleichen Jahr wird die ZUGER KIRSCHTORTEN GESELLSCHAFT in Steinhausen gegründet und der Verein AEGERI CHRIESI in Oberägeri ins Leben gerufen. Seither erlebt das Zuger Chriesi eine Aufsehen erregende Renaissance.
2008 wurde die Zuger Kirschtorte offiziell ins Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz aufgenommen. Und 2011 wurde der Kirschenanbau im Kanton Zug im Rahmen der UNESCO-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes offiziell in der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz vermerkt.


Das Zuger Chriesi wird heute wieder regelmässig gefeiert, mit der «Chriesigloggä» und dem «Chriesisturm» zum alljährlichen Start der Zuger Chriesisaison, aber auch mit dem traditionellen «Chriesimärt» und dem «Chriesitag».
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