ZUGER CHRIESI: 1000 Kirschbäume für Zug

Vermarktung: Brennkirschen

 Testbild

Typische Kirschensorten, die anlässlich der «1. Kantonalen Zuger Kirschenausstellung» am 14./15. Juli 1928 im Burgbachsaal Zug gezeigt wurden: Bändler, Wissbüchler, Lowerzer, Mistler, Labbächler, Reding. (Illustration: Zuger Neujahrsblatt 1932, Staatsarchiv des Kantons Zug).

Brennkirschen beim Freudenberg/Oberwil, frisch vom Baum, am 01.07.09 (Foto: Ueli Kleeb, Zug).

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Brennkirschen

 

Brennkirschen stammen vorwiegend von stolzen Hochstamm-Kirschbäumen, die das regionale Landschaftsbild prägen. Im Kanton Zug werden jährlich über 400 Tonnen Brennkirschen aus verschiedenen Kirschensorten geerntet und verarbeitet, was eine Ausbeute von rund 25'000 Litern Zuger Kirsch (Alkoholgehalt 100%) ergibt. Brennkirschen werden heute nicht mehr von Hand, sondern mit speziellen Schüttelmaschinen geerntet. Heutige Chriesisorten müssen deshalb gut schüttelbar und fürs Destillieren ergiebig sein.

 

Der Richtpreis für Brennkirschen wird vom Schweizerischen Obstverband jedes Jahr neu festgelegt. 2008 lag der Preis offiziell bei 63 Rappen pro Kilo Brennkirschen, 2011 stieg der Preis bereits auf 89 Rappen, 2014 auf 109 Rappen, was die Wirtschaftlichkeit innert kurzer Zeit markant gesteigert hat. Mit der Einführung des AOP-Schutzes rechnet man bei den Brennkirschen mit einem zukünftigen Kilopreis von 125 Rappen. So wird das Pflanzen von Hochtstamm-Kirschbäumen und das Produzieren von Brennkirschen innerhalb des AOP-Perimeters Zug-Rigi wieder rentabel. Aber schon jetzt zahlen einzelne Brennereien und Abnehmer für spezielle und rare Brennkirschensorten höhere, marktgerechte Preise.

 

Die Landis Rotkreuz, Hünenberg und Zug übernehmen von den Chriesibauern jährlich grosse Mengen an Brennkirschen und geben sie an diverse Weiterverarbeiter weiter. Die 1870 gegründete Firma Etter Söhne AG Distillerie Zug ist mit Abstand die grösste gewerbliche Brennerei im Kanton Zug und verarbeitet einige Hundert Tonnen Bennkirschen pro Jahr, gefolgt von kleineren gewerblichen Distillerien und zahlreichen Brennereien mit landwirtschaftlichen Lizenzen. Das Zuger Kirschwasser ist dank seiner seit dem 19. Jahrhundert gepflegten hohen Qualität und internationalen Verbreitung weltweit eine gefragte Köstlichkeit.

 

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich mit der 1846 gegründeten Firma S. Fassbind AG in Oberarth/SZ und der 1867 gegründeten Firma Arnold Dettling AG in Brunnen/SZ zwei weitere wichtige gewerbliche Hersteller von ausgezeichneten Kirschwassern.

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