ZUGER CHRIESI: 1000 Kirschbäume für Zug

Vermarktung: Chriesi Rezepte

Illustration «Kirschenmädchen» aus der Broschüre «Einmachen leicht gemacht», Glashütte Bülach, Frühjahr 1945 (Grafik: Martin Peikert, Zug).

«Türkenbund von Kirschen», ein Chriesiauflauf mit Hartweizengriess, vergleichbar mit dem französischen «clafoutis aux cerises», gilt als ältestes überliefertes Zuger Chriesirezept, zweite Hälfte 18. Jahrhundert (Rezeptsammlung Bürgergemeinde Baar).
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Hier der Flyer «Türkenbund von Kirschen» (Chriesiauflauf mit Hartweizengries, ältestes Zuger Chriesirezept) zum Downloaden (PDF/0.26 MB):

tuerkenbundrezept-flyer.pdf

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Hier der Flyer «Zuger Chriesirezepte» (Originalrezepte «Chriesibrägel» und «Chriesisturm» aus den Kantonen Zug, Schwyz und Luzern) zum Downloaden (PDF/0.10 MB):

zugerchriesirezepte-flyer.pdf

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Zuger Chriesibrägel

 

Wo wachsid ächt die süessischte Chriesi? Ganz sicher im Zugerland, gschützt vom Albis und versüesst vom Föön, wenn er zur rächte Zyt vom Gottert häär bloost. Aber was sell mer de mit all dene vile süesse Früchte mache, wo mer nid chan ässe, wenn s plötzlech ryf sind? Früener hed me si gsterilisiert, no früener hend s d Chriesi zum Tüüre a d Sunne gleid. Hüt versorgt mer e Teil i de Gfrüüri und die, wommer nid cha ässe, gönd halt is Fass. Scho üsi Gross- und Urgrosseltere hend e grossi Liebi für de Chriesibrägel zeigt. Es gääbt zwoor au Holder-, Brumbeeri-, Zwätschge- und Heubeeribrägel, aber am beschte isch halt scho de Chriesibrägel.

 

Aber worum seid mer überhaupt Chriesibrägel? E Brägel chönnt au es Mues, e Bappe oder e Stunggis sy. Me redt au vo verprägle, wenn zwee Manne enand am Grind nämid. Wenn chlyni Gägeständ obenabe ghyid, öppe Hagelchörner, Stei, Nüss oder Öpfel und Bire, so tued s obenabe brägle. Oder e Bräglete isch eifach e grosse Huufe oder au es Durenand.

 

Wie macht mer eigentlech en richtige Chriesibrägel? My Grossmueter hed mer einisch verzellt, si heb amigs nume e Bitz Wasser, Milch, Määl und Zucker gnoo, das Gmisch es Zytli kochet, lo verchalte und de zum Zoobig oder zum Znacht uf de Tisch gstellt, und alli hebs e so guet tunkt. Und das stimmt, au ich chan i de Chriesizyt nid gnueg devo ässe.

 

Näumet han ich für Chriesibrägel d Übersetzig «Kirschenmus» gfunde. Mich tunkt aber, das syg nid s richtig Wort für üüse unverschämt guet Zuger Chriesibrägel.

 

Quelle: Carl Bossard, «Vom Chriesibrägel», in «Zuger-Chuchi, Chriesibrägel», Zuger Bauernverband, Cham 2001, ISBN-Nr. 3-909287 (214).

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Rezept «Zuger (Stadtzuger) Chriesibrägel»

nach Anna Wenk-Hotz, Zug

 

Zutaten:

— 1 kg dunkle Kirschen

— ca. 2,5 dl Wasser

— 1 Prise Salz

— 1/2 Zitronenschale am Stück oder

— ca. 1 TL Vanillezucker

— 3 EL Zucker

— 2 EL Mehl

— 1 dl Milch

— Brot

 

Zubereitung:

Kirschen, Wasser, Salz und Zucker mit der Zitronenschale und dem Vanillezucker zugedeckt in einer Pfanne leise köcheln, bis der Fruchtsaft austritt. Milch und Mehl anrühren und ins Kirschenkompott einlaufen lassen, nochmals kurz aufkochen. Chriesibrägel erkalten lassen. Nach Belieben in Butter geröstete Brotwürfelchen unter den kalten Brägel mischen und in flacher Schüssel anrichten.

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Rezept «Schwyzer (Muotathaler) Chriesibrägel»

nach Hugo Gwerder, Muotathal/SZ

 

Zutaten:

— 1 kg Kirschen schwarz

— 60 g Butter

— 80 g Mehl

— 7,5 dl Milch

— 2,5 dl Chriesisaft

— 1 Prise Salz

— 50 g Zucker

— Hörnli

— Käse gerieben

 

Zubereitung:

Frische schwarze Chriesi waschen und entstielen. Butter in Pfanne zerlaufen lassen und mit gesiebtem Mehl zu einem Roux anrühren (nicht rösten). Anschliessend mit Milch und Chriesisaft ablöschen (Chriesisaft = einige Chriesi ausdrücken oder mit etwas Wasser pürieren). Zur fertigen Sauce ganze Chriesi beigeben und auf kleiner Stufe ca. 40 Min. mitköcheln. Abschmecken mit einer Prise Salz und je nach Süsse der Chriesi Zucker beigeben. Brei kann nach eigenem Geschmack dicker oder flüssiger angerichtet werden. Als Beilage eignen sich gekochte Hörnli mit geriebenem Käse.

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Rezept «Lozärner (Hinterländer) Chriesibrägel»

nach Hildegard Kleeb-Häfliger, Zug

 

Zutaten:

— reife Kirschen

— Wasser

— Zucker

— 2 EL Maizena

— Brot

 

Zubereitung:

Kirschen mit viel Wasser in einer Pfanne kochen (Wasser ca. 2 cm über den Früchten), dann nach Gutdünken zuckern und mit 2 gestrichenen Esslöffeln Maizena (aufgelöst in Wasser) binden. Brotstückli bähen, heisse Butter darübergeben, in einer flachen Schüssel anrichten. Danach Kirschenkompott und einen Grossteil des Saftes über die Brotstückli giessen. Fertig. Den Rest des Saftes beim Servieren portionenweise über den Brägel geben.
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Rezept «Zuger (Menzinger/Finsterseer) Chriesisturm»

nach Josef Strickler-Uhr, Zug

 

Zutaten:

— 1 kg Kirschen

— 5 EL Mehl

— 1 EL Zucker (nach Bedarf)

 

Zubereitung:

Gewaschene, entstielte Kirschen auf flacher Platte oder flachem Teller anrichten, Mehl in Bratpfanne ohne Fett braun rösten, geröstetes Mehl über die Kirschen verteilen, je nach Bedarf oder Kirschensorte mit Zucker süssen.

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Rezept «Schwyzer (Steiner) Chriesisturm»

nach Elisabeth Kennel, Arth/SZ

 

Zutaten:

— 1 kg Kirschen

— 2 dl Apfelsaft

— 3 EL Zucker

— 1 Zimtstange

— 200 g Ruchmehl

— 60 g Butter

 

Zubereitung:

1 kg Kirschen mit 2 dl Apfelsaft, 3 Esslöffel Zucker und 1 Zimtstange in Pfanne kurz aufkochen, Kompott abgiessen und Saft auffangen, dann in zweiter Pfanne 60 g Butter mit 200 g Ruchmehl rösten, danach alles lagenweise in Schüssel anrichten (gekochte Kirschen, geröstetes Mehl, Kirschen, Mehl, etc.), am Schluss Kirschensaft darüber geben und mit Zucker bestreuen.

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Rezept «Lozärner (Gunzwiler) Chriesisturm»

nach Klaus Lampart, Gunzwil/LU

 

Zutaten:

— 1 kg Heidegger Kirschen

— 1 dl Rahm

— 500 g Nature Yoghurt oder «Vorbruch» von Käserei

— 2–4 EL Zucker

— 4 EL Mehl

— Fett

 

Zubereitung:

4 Esslöffel Mehl mit wenig Fett braun rösten, nach eigenem Gusto 2 – 4 Esslöfel Zucker beifügen, mit einem 500-g-Becher Nature-Yogurth und 1 dl Rahm mischen, 1 kg frische Heidegger Kirschen vorsichtig darunter rühren, auf flacher Schüssel anrichten.

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Rezept «Lozärner (Baldegger) Chriesisturm»

nach Baldegger Kochbuch, Kloster Baldegg/LU, 2. Auflage 1946

 

Zutaten:

— 1 kg Kirschen

— 2–3 EL Mehl

— Butter

— 3 EL Zucker

— Zimt

— 2,5 dl Rahm

 

Zubereitung:

1 kg entstielte, geschwaschene Kirschen herrichten, in Pfanne 2–3 Esslöffel Mehl in Butter blond rösten, mit 3 Esslöffel Zucker, etwas Zimt und 2,5 dl süssem Rahm vermengen, Kirschen dazu geben, nach einiger Zeit auf flacher Schüssel anrichten.

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Rezept «Zuger Chriesichratzete»

nach Rosa Föhn, St. Verena, Zug

 

Zutaten:

— Eier

— Milch

— Salz

— Kirschen

— Puderzucker

 

Zubereitung:

Eier mit etwas Milch und Salz in einer Schüssel vermengen (wie Omelettenteig). Danach ein Stück Butter in einer Bratpfanne zergehen lassen und Teigmasse sowie entsteinte Kirschen dazugeben, alles braten und gleichzeitig mit einer Holzkelle «zerkratzen». Nach Gutdünken Puderzucker darübergeben.

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Rezept «Zuger Chriesidrink»

nach Ueli Kleeb, Zug

 

Zutaten:

— 1 Glas 3 dl

— 1 zugerblaue Serviette

— 1 langer Holzspiess und Cocktail-Kirsche mit Bittermandelaroma

— 2 Eiswürfel

— 1 Fläschli Sanbitter 10 cl

— Zuger Kirsch 3 cl

— Schweppes Tonic Water 20 cl (süss)

oder kohlesäurehaltiges Mineralwasser 20 cl (weniger süss)

 

Zubereitung:

3 cl Zuger Kirsch ins Glas geben, 1 Fläschli Sanbitter 10 cl, 2 Eiswürfel, dann mit Schweppes Tonic Water ca. 20 cl oder kohlesäurehaltigem Mineralwasser 20 cl auffüllen, Holzspiess mit Cocktail-Kirsche hineinstellen, auf zugerblauer Serviette servieren.

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